Législation

Verordnung des WBF vom 16. November 2007 über das Inverkehrbringen von Düngern (Düngerbuch-Verordnung WBF, DüBV)

DüBVSR 916.171.1Nicht mehr in KraftStand am 01.01.201919 Artikel

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  • AS 2018 4435in Kraft am 01.01.2019
    geändert: Art. 2, 6, 10, 11
  • AS 2013 4267in Kraft am 01.01.2014
    eingefügt: Art. 2 · geändert: Art. 8, 10, 11, 14, 18 · aufgehoben: Art. 13

2 Veröffentlichungen in der AS, die im geltenden Text zitiert werden.

Inhaltsverzeichnis
  1. 1. Abschnitt: Düngerliste und Anmeldepflicht1–2
  2. 2. Abschnitt: Allgemeine Anforderungen3
  3. 3. Abschnitt: Kennzeichnung4–12
  4. 4. Abschnitt: …13
  5. 5. Abschnitt: Probenahme- und Analysevorschriften sowie Toleranzen14–15
  6. 6. Abschnitt: Schlussbestimmungen16–19

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), gestützt auf die Artikel 4 Absatz 1, 7 Absatz 3, 14 Absatz 3, 19 Absatz 2, 21a Absatz 3, 23 Absatz 6 und 32 der Dünger-Verordnung vom 10. Januar 2001, verordnet:

1. Abschnitt: Düngerliste und Anmeldepflicht

Art. 1Düngerliste

Die nach Artikel 7 der Dünger-Verordnung vom 10. Januar 2001 zum Inverkehrbringen zugelassenen Düngertypen mit den entsprechenden Typenbezeichnungen und den typenspezifischen Anforderungen sind in Anhang 1 aufgeführt.

Art. 2Ausnahmen von der Anmeldepflicht

1

 Von der Anmeldepflicht nach Artikel 19 der Dünger-Verordnung vom 10. Januar 2001 befreit sind die mineralischen Dünger und Bodenverbesserungsmittel, die einem Düngertypen nach Anhang 1 Teile 1, 2 und 5 Ziffern 1–6 entsprechen, sowie EG-Düngemittel nach Anhang  1.1

2

 Produkte von Vergärungs- und Kompostierungsanlagen, gelten als angemeldet, wenn dem Bundesamt für Landwirtschaft eine Kopie der kantonalen Betriebsbewilligung zugestellt wird.

3

 Hofdünger, die von einem Betrieb mit Nutztierhaltung direkt an den Endverbraucher abgegeben werden oder über eine Zwischenstelle laufen, sind von der Anmeldepflicht ausgenommen, sofern sie im Informationssystem nach Artikel 165f des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 19982 erfasst sind.3

  1. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4435).
  2. SR 910.1
  3. Eingefügt durch Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).

2. Abschnitt: Allgemeine Anforderungen

Art. 3Allgemeine Anforderungen

Zusätzlich zu den in Anhang 1 erwähnten Anforderungen haben die einzelnen Düngertypen folgende Anforderungen zu erfüllen:

  1. a.

    Mineralischen Ein- und Mehrnährstoffdüngern dürfen keine Nährstoffe tierischen, pflanzlichen oder mikrobiellen Ursprungs zugesetzt werden.

  2. b.

    In organischen und organisch-mineralischen Düngern und Bodenverbesserungsmitteln muss das kohlenstoffhaltige Material der organischen Substanz aus der Aufbereitung tierischen, pflanzlichen oder mikrobiellen Materials stammen. Organisch-mineralischen Düngern dürfen auch Spurennährstoffe, Calcium, Magnesium, Natrium und Schwefel zugesetzt werden.

  3. c.

    …

3. Abschnitt: Kennzeichnung

Art. 4Begriffe

In dieser Verordnung bedeuten:

  1. a.

    Mischdünger: durch Trockenmischung mehrerer Dünger ohne chemische Reaktion erhaltener Dünger;

  2. b.

    Düngerlösung: Flüssigdünger, frei von festen Teilchen;

  3. c.

    Düngersuspension: Zweiphasendünger, in dem die festen Teilchen in feinster Verteilung in der flüssigen Phase vorliegen;

  4. d.

    Blattdünger: Dünger, der auf das Aufbringen auf die Blätter und die Aufnahme von Nährstoffen über die Blätter ausgelegt ist.

Art. 5Gewichts- und Volumenangaben

Zusätzlich zu den in der Dünger-Verordnung vom 10. Januar 2001 vorgeschriebenen Angaben müssen auf allen Verpackungen oder daran angebrachten Etiketten, bei Loselieferungen auf den Begleitpapieren zur Lieferung, die folgenden Gewichts- oder Volumenangaben gemacht werden:

  1. a.

    bei festen Düngern das Nettogewicht in Kilogramm; bei verpackten Düngern und Düngern in geschlossenen Behältnissen mit mehr als 100 kg können anstelle des Nettogewichts das Brutto- und das Taragewicht in Kilogramm angegeben werden;

  2. b.

    bei Flüssigdüngern das Nettogewicht in Kilogramm; daneben kann das Volumen in Liter oder Kubikmeter angegeben sein;

  3. c.

    bei gasförmigen Düngern das Nettogewicht in Kilogramm;

  4. d.

    bei Hof- und Recyclingdüngern entweder das Nettogewicht oder das Brutto- und Taragewicht in Kilogramm oder das Volumen in Liter oder Kubikmeter;

  5. e.

    bei Torfmischdüngern das Volumen in Liter oder Kubikmeter.

Art. 6Gehaltsangaben1

1

 Die Gehalte von Inhalts- und Zusatzstoffen sind in Gewichtsprozenten anzugeben; Angaben mit einer Dezimalstelle, bei Spurennährstoffen bis zu vier Dezimalstellen, sind zulässig. Zulässig sind:

  1. a.

    die Angabe des Gehalts in Gramm je Liter oder Kilogramm je Hektoliter für Flüssigdünger;

  2. b.

    die Angabe in Kilogramm je Kubikmeter oder in Kilogramm je Tonne für Hof- und Recyclingdünger.

2

 Soweit nichts anderes verlangt wird, beziehen sich die zugesicherten Gehalte auf die handelsübliche Ware und nicht auf die Trockensubstanz.

3

 Die Gehalte an Nährstoffen in Düngern sind sowohl in Worten als auch in Symbolen gemäss folgender Tabelle und Reihenfolge anzugeben:

Stoffe

Symbol

Stickstoff

N

Phosphor

P

Phosphat oder Phosphorpentoxid

P2O5

Kalium

K

Kali oder Kaliumoxid

K2O

Calcium

Ca

Calciumoxid

CaO

Calciumcarbonat

CaCO3

Magnesium

Mg

Magnesiumoxid

MgO

Magnesiumcarbonat

MgCO3

Natrium

Na

Natriumoxid

Na2O

Schwefel

S

Schwefeltrioxid

SO3

Chlor

Cl

Bor

B

Kobalt

Co

Kupfer

Cu

Eisen

Fe

Mangan

Mn

Molybdän

Mo

Zink

Zn

Silizium

Si

Organische Substanz

OS

Trockensubstanz

TS

  1. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4435).

Art. 7Angabe von Oxiden

Die Makronährstoffe sind in folgenden Formen anzugeben:

  1. a.

    Der Gehalt an Gesamtstickstoff kann nur in der Elementform (N) zugesichert und angegeben werden.

  2. b.

    Der Gehalt an Phosphor und Kalium darf zugesichert und angegeben werden:

    1. 1.

      in der Elementform (P, K),

    2. 2.

      in der Oxidform (P2O5, K2O), oder

    3. 3.

      in beiden Formen.

  3. c.

    Der Gehalt an Calcium, Magnesium, Natrium und Schwefel darf zugesichert und angegeben werden:

    1. 1.

      in der Elementform (Ca, Mg, Na, S),

    2. 2.

      in der Oxidform (CaO, MgO, Na2O, SO3), oder

    3. 3.

      in beiden Formen.

  4. d.

    Der errechnete Oxid- oder Elementgehalt wird auf die nächstliegende Dezimalstelle gerundet angegeben. Dabei gelten die folgenden Umrechnungsformeln:

Stoffe

Symbol

Faktor

Ergibt

Phosphor

P

× 2,291

P2O5

Phosphat oder Phosphorpentoxid

P2O5

× 0,436

P

Kalium

K

× 1,205

K2O

Kali oder Kaliumoxid

K2O

× 0,830

K

Calcium

Ca

× 1,399

CaO

Calcium

Ca

× 2,479

CaCO3

Calciumoxid (Gebrannter Kalk)

CaO

× 0,715

Ca

Calciumoxid (Gebrannter Kalk)

CaO

× 1,785

CaCO3

Calciumcarbonat (Kohlensaurer Kalk)?

CaCO3

× 0,400

Ca

Calciumcarbonat (Kohlensaurer Kalk)?

CaCO3

× 0,561

CaO

Magnesium

Mg

× 1,658

MgO

Magnesium

Mg

× 3,472

MgCO3

Magnesium

Mg

× 4,951

MgSO4

Magnesiumoxid

MgO

× 0,603

Mg

Magnesiumoxid

MgO

× 2,092

MgCO3

Magnesiumoxid

MgO

× 2,985

MgSO4

Magnesiumcarbonat

MgCO3

× 0,288

Mg

Magnesiumcarbonat

MgCO3

× 0,478

MgO

Magnesiumcarbonat

MgCO3

× 1,427

MgSO4

Magnesiumsulfat

MgSO4

× 0,202

Mg

Magnesiumsulfat

MgSO4

× 0,335

MgO

Magnesiumsulfat

MgSO4

× 0,701

MgCO3

Natrium

Na

× 1,348

Na2O

Natriumoxid

Na2O

× 0,742

Na

Schwefel

S

× 2,995

SO42-

Schwefel

S

× 2,498

SO3

Schwefeltrioxid

SO3

× 0,400

S

Sulfat

SO42-

× 0,334

S

Art. 8Angabe von Stickstoff1

1

 Stickstoffformen sind in den folgenden Formen und deren Abkürzungen anzugeben:

1.

Gesamtstickstoff

N

2.

Nitratstickstoff

NS

3.

Ammoniumstickstoff

NA

4.

Carbamidstickstoff

NU

5.

Cyanamidstickstoff

NC

6.

Crotonylidendiharnstoffstickstoff

NRc

7.

Formaldehydharnstoffstickstoff

NRf

8.

Isobutylidendiharnstoffstickstoff

Nri

9.

Organisch gebundener Stickstoff

NO oder Norg

10.

Aminostickstoff

Nam

2

 Erreicht eine der Stickstoffformen 1–5 mindestens 1 Gewichtsprozent, so muss diese Form bei als EG-Düngemittel bezeichneten mineralischen Mehrnährstoffdüngern zugesichert werden.

  1. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).

Art. 9Angabe von Phosphor

Bei Mineraldüngern und organisch-mineralischen Düngern, die Phosphor oder Phosphat enthalten, ist für die Angaben bezüglich Löslichkeit, Siebdurchgang und Anforderungen an EG-Düngemittel folgendes zu beachten:

  1. a.

    Die Phosphatlöslichkeiten (Angaben als P2O5 oder P) und deren Abkürzungen sind gemäss den nachfolgenden Angaben anzuführen:

1.

wasserlösliches P2O5 und P

PS

2.

neutral-ammoncitratlösliches und P2O5 und P

PA

3.

neutral-ammoncitratlösliches und wasserlösliches P2O5
und P

PS/PA

4.

ausschliesslich mineralsäurelösliches P2O5 und P

P

5.

alkalisch-ammoncitratlösliches P2O5 und P (Petermann)

PAp

6a.

mineralsäurelösliches P2O5 und P, davon
mindestens 75 % des zugesicherten Gehaltes an P2O5
und P in 2 %iger Zitronensäure löslich

PCj

6b.

in 2 %iger Zitronensäure lösliches P2O5 und P

PC

7.

mineralsäurelösliches P2O5 und P, davon mindestens 75 %
des zugesicherten Gehaltes an P2O5 und P in alkalischem
Ammoncitrat (Joulie) löslich

PAj

8.

mineralsäurelösliches P2O5 und P, davon mindestens 55 %
des angegebenen Gehaltes an P2O5 und P in 2 %iger
Ameisensäure löslich

PF

9.

mineralsäurelösliches P2O5 und P, davon mindestens 45 %
des angegebenen Gehalts an P2O5 und P in 2 %iger Ameisensäure löslich, mindestens 20 % des angegebenen Gehalts an P2O5 und P wasserlösliches P2O5 und P

PF/PS

10.

in 2 %iger Zitronensäure und in alkalischem Ammoncitrat (Petermann) lösliches P2O5 und P

PC/PAp

  1. b.

    Die Siebdurchgänge müssen mindestens folgende Verteilung aufweisen:

Siebdurchgang %

bei … mm

Aluminiumcalciumphosphat

90

0,16

Glühphosphat

75

0,16

Teilaufgeschlossenes Rohphosphat

90

0,16

Thomasphosphat

75

0,16

Weicherdiges Rohphosphat

90

0,063

  1. c.

    Als EG-Düngemittel bezeichnete mineralische Mehrnährstoffdünger mit einem Phosphatbestandteil haben die nachfolgend aufgeführten Gehaltsangaben und Erfordernisse zu erfüllen:

Mehrnährstoff-
dünger mit:

Der Typen-
bezeichnung
ist die Angabe
beizufügen:

Angabe der
Löslichkeit
(nach
Bst. a)

Mindestgehalt
der Löslichkeit
(in Gewichts-
prozenten)

Nicht enthalten
sein dürfen:

  1. a.

    weniger als 2 % wasserlöslichem P2O5I

  2. b.

    2 % und mehr wasserlöslichem P2O5II

2


1, 3

Thomasphosphat,
Glühphosphat,
Aluminiumcalciumphosphat, teilaufgeschlossenes Rohphosphat, Rohphosphat

Rohphosphat
oder teilaufgeschlossenem Rohphosphat

«mit Rohphosphat» oder
«mit teilaufgeschlossenem Rohphosphat»

1
3
4

2,5
5
2

Thomasphosphat,
Glühphosphat,
Aluminiumcalciumphosphat

Aluminiumcalciumphosphat

«mit Aluminium-Calciumphosphat»

1II

2
5III

Thomasphosphat,
Glühphosphat,
teilaufgeschlossenes Rohphosphat,
Rohphosphat

Glühphosphat

«mit Glühphosphat»

5

Andere Phosphatarten

Thomasphosphat

«mit Thomasphosphat»

6a oder 6b

andere Phosphatarten

weicherdigem Rohphosphat

«mit weicherdigem Rohphosphat»

8

andere Phosphatarten

Rohphosphat
mit wasserlöslichem Anteil

«mit Roh-
phosphat mit wasserlöslichem Anteil»

9

Löslichkeit 1:2 %

andere Phosphatarten

I

Der Anteil an ausschliesslich mineralsäurelöslichem P2O5 darf 2 % nicht überschreiten.

II

Enthält der Dünger ausschliesslich Aluminumcalciumphosphat, so darf nur die Löslichkeit 7 angegeben sein.

III

Nach Abzug der Wasserlöslichkeit.

Art. 10Angabe von Sekundärnährstoffen und anderen wertbestimmenden Inhaltsstoffen

1

 Ein Gehalt an Calcium, Magnesium, Natrium und Schwefel darf, vorbehaltlich abweichender Bestimmungen bei einzelnen Positionen des Anhangs 1, angegeben werden, sofern nachstehender Mindestgehalt erreicht ist:

  1. a.

    in mineralischen Düngern: 2 % Calciumoxid oder 1,4 % Calcium; 2 % Magnesiumoxid oder 1,2 % Magnesium; 3 % Natriumoxid oder 2,2 % Natrium; 5 % Schwefeltrioxid oder 2 % Schwefel;

  2. b.

    in organischen oder organisch-mineralischen Düngern: 2 % Calciumoxid oder 1,4 % Calcium; 1 % Magnesiumoxid oder 0,6 % Magnesium; 1,5 % Natriumoxid oder 1,1 % Natrium; 2,5 % Schwefeltrioxid oder 1 % Schwefel.

2

 Bei allen Calcium-/Magnesium-Bodenverbesserungsmittel sind der Neutralisationswert und der Calziumgehalt1 sowie der Magnesiumoxidgehalt falls dieser 3 Prozent oder mehr beträgt, anzugeben. Zusätzlich können die entsprechenden Magnesium-, Calziumoxid- und Karbonatgehalte angegeben werden.2

3

 …3

4

 Die organische Substanz (OS) wird als Glühverlust definiert. Die Ausgangsmaterialien der organischen Substanz, bei Hofdüngern Art, Herkunft (Tierart) und Aufbereitungsart sowie bei Torf der Zersetzungsgrad und der ungefähre Anteil an organischer Substanz sind anzugeben.

5

 Bei den im Anhang 1 aufgeführten Düngertypen sind die vorgeschriebenen Angaben der Spalte 7 zu machen.

6

 Der Name der Gattung und der Gehalt der Kolonie bildenden Einheiten (KBE) sind bei Mikroorganismen anzugeben. Bei Pilzen ist die Gehaltsangabe in Sporen zulässig.4

7

 Allgemeine Bezeichnungen wie «enthält Enzyme» oder «enthält Spurennährstoffe» sind nicht zulässig.

  1. Ausdruck gemäss Ziff. I der V des WBF vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4435). Diese Änd. wurde im ganzen Erlass berücksichtigt.
  2. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).
  3. Aufgehoben durch Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).
  4. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4435).

Art. 11Vorschriften für bestimmte Dünger

1

 Bei mineralischen Mehrnährstoffdüngern folgen auf die Typenbezeichnung:

  1. a.

    die Symbole der deklarierten Sekundärnährstoffe in Klammern nach den Symbolen der Primärnährstoffe;

  2. b.

    Zahlen, die den Gehalt an Primärnährstoffen angeben; der deklarierte Gehalt an Sekundärnährstoffen wird in Klammern nach dem Gehalt an Primärnährstoffen angegeben.

2

 Mineralische Mischdünger sind nach der Typenbezeichnung als «Mischdünger» zu kennzeichnen.

3

 Bei Mineraldüngern darf der zugesicherte Chlorgehalt angegeben werden.

4

 Flüssige Stickstoff- und Mehrnährstoffdünger müssen mit einem Hinweis auf die zweckmässige Art der Lagerung, insbesondere der Lagertemperatur und der Verhütung von Unfällen, einschliesslich der Gewässergefährdung, gekennzeichnet sein.

5

 Werden Spurennährstoffe deklariert, so sind die Worte «mit Spurennährstoffen» oder das Wort «mit» gefolgt von der Bezeichnung oder dem chemischen Symbol der enthaltenen Spurennährstoffe anzugeben.1

6

 Bei Spurennährstoffdüngern mit mehr als einem Spurennährstoff ist die Typenbezeichnung «Spurennährstoff-Mischdünger», gefolgt von den Bezeichnungen oder den chemischen Symbolen der enthaltenen Spurennährstoffe, anzugeben.2

7

 Bei Düngern mit Spurennährstoffen sind folgende Angaben zu machen:

  1. a.

    Liegt ein Spurennährstoff ganz oder teilweise in organisch gebundener Form vor, ist sein Gehalt im Dünger unmittelbar hinter der Erwähnung des wasserlöslichen Gehaltes in Gewichtsprozenten anzugeben und zwar in Form «… als Chelat von …» oder «… als Komplex von …». Bei der Angabe des Chelat- oder Komplexbildners sind nur die Bezeichnungen nach Anhang 1 Teil 4 möglich.

  2. b.

    Liegt ein Spurennährstoff in Chelatform vor, so ist der für eine gute Stabilität der Chelatfraktion erforderliche pH-Bereich anzugeben. Dies gilt nicht für mineralische Mehrnährstoffdünger sowie organische und organisch-mineralische Dünger, die insgesamt weniger als 2 Prozent eines oder mehrerer Spurennährstoffe enthalten.

  3. c.

    Ist das Erzeugnis restlos wasserlöslich, darf es als «löslich» bezeichnet werden.

  4. d.

    Die Anwendungszeit (Vegetationsstand; Wiederholungen; Anwendungs-technik) und der Mengenaufwand je Flächeneinheit ist anzugeben. Die Dünger sind mit dem Hinweis zu kennzeichnen: «Nur bei tatsächlichem Bedarf verwenden. Empfohlene Aufwandmenge insbesondere im Hinblick auf den Bodenschutz nicht überschreiten.» Dies gilt nicht für mineralische Mehrnährstoffdünger sowie organische und organisch-mineralische Dünger, die insgesamt weniger als 2 Prozent eines oder mehrerer Spurennährstoffe enthalten.

8

 Bei Zusätzen von Düngern, Kompostierungsmitteln, Kulturen von Mikroorganismen und Mitteln zur Beeinflussung biologischer Vorgänge im Boden dürfen keine Hinweise auf Spurenelementgehalte gemacht werden.

9

 Bei Düngern, die einem Düngertyp entsprechen und als Zusätze zu Düngern oder als Kompostierungsmittel angepriesen werden, muss der Düngertyp angegeben werden.

10

 …3

11

 Bei mineralischen Recyclingdüngern mit sekundärem Phosphor sind die Löslichkeit des Phosphors und des Phosphats in neutralem Ammoniumcitrat (PA) und in zweiprozentiger Zitronensäure (PZ) anzugeben und ist die Bezeichnung mit dem Hinweis «mit sekundärem P» zu ergänzen.4

  1. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).
  2. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4435).
  3. Aufgehoben durch Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).
  4. Eingefügt durch Ziff. I der V des WBF vom 31. Okt. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 4435).

Art. 12Zusätzliche Hinweise

1

 Zusätzlich zu den vorgeschriebenen Angaben dürfen die folgenden Angaben auf der Verpackung oder einer daran angebrachten Etikette, bei Loselieferungen auf den Begleitpapieren, gemacht werden:

  1. a.

    die handelsübliche Warenbezeichnung;

  2. b.

    ein Warenzeichen;

  3. c.

    bei den in Anhang 1 aufgeführten Düngern die erlaubten Angaben nach Spalte 7;

  4. d.

    «EG-Düngemittel», bei den mit einem Stern versehenen Düngertypen nach Anhang 1;

  5. e.

    die Kategorie nach Artikel 5 der Dünger-Verordnung vom 10. Januar 2001, sofern dies nicht zwingend ist.

2

 Für Dünger sind ferner folgende Bezeichnungen zulässig:

  1. a.

    «organisch», wenn sie mindestens 10 Prozent organische Substanz enthalten;

  2. b.

    «vollorganisch», wenn sie mindestens 50 Prozent organische Substanz enthalten, ohne Zusatz von mineralischen Fremdstoffen;

  3. c.

    «chlorarm», wenn der Chlorgehalt 2,0 Prozent nicht überschreitet;

  4. d.

    «chlorfrei» (ohne Chlor), wenn der Chlorgehalt 0,1 Prozent nicht überschreitet;

  5. e.

    «kalkfrei» (ohne Kalk), wenn sie höchstens 2,0 Prozent Calcium oder Magnesium in Form von Carbonat oder Calciumoxid bzw. Magnesiumoxid enthalten;

  6. f.

    «physiologisch neutral», wenn sie höchstens 2,0 Prozent basisch wirksame Stoffe enthalten;

  7. g.

    «vollständig wasserlöslich», wenn sie in der empfohlenen Höchstkonzentration keinen in kaltem Wasser unlöslichen Rückstand enthalten;

  8. h.

    «biuretarm», wenn der Biuretgehalt in einem Dünger mit mineralischem Stickstoff 0,2 Prozent nicht überschreitet;

  9. i.

    «cadmiumarm», wenn der Cadmiumgehalt 25 mg je Kilogramm Phosphor nicht überschreitet.

4. Abschnitt: …

Art. 131

  1. Aufgehoben durch Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).

5. Abschnitt: Probenahme- und Analysevorschriften sowie Toleranzen

Art. 14Probenahme- und Analysevorschriften

1

 Für mineralische Dünger und Dünger mit Spurennährstoffen richten sich die Probenahme- und die Analysevorschriften nach der Verordnung (EG) Nr. 2003/20031. Es können auch andere Probenahme- und Analysevorschriften angewandt werden, wenn sie zu gleichwertigen Ergebnisse führen. Für alle anderen Dünger können Methoden angewandt werden, welche zu den gleichen Ergebnissen wie die Referenzmethoden der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon führen.2

2

 Bei den als Granulat in Verkehr gebrachten Düngern, für deren Ausgangsmaterial Siebdurchgänge festgelegt sind, werden die Siebdurchgänge aufgrund des Zerfalls des Granulates unter Feuchtigkeitseinfluss festgestellt.

  1. Verordnung (EG) Nr. 2003/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Okt. 2003 über Düngemittel, ABl. L 304 vom 21.11.2003, S. 1; geändert durch die Verordnung (EG) Nr. 162/2007 der Kommission vom 19. Febr. 2007, ABl. L 51 vom 20.2.2007, S. 7; die Verordnung (EG) Nr. 1107/2008 der Kommission vom 7. Nov. 2008, ABl. L 299 vom 8.11.2008, S. 13; die Verordnung (EG) Nr. 1020/2009 der Kommission vom 28. Okt. 2009, ABl. L 282 vom 29.10.2009, S. 7; die Verordnung (EG) Nr. 137/2011 der Kommission vom 16. Febr. 2011, ABl. L 43 vom 17.2.2011, S. 1; die Verordnung (EU) Nr. 223/2012 der Kommission vom 14. März 2012, ABl. L 75 vom 15.3.2012, S. 12; die Verordnung (EU) Nr. 463/2013 der Kommission vom 17. Mai 2013, ABl. L 134 vom 18.5.2013, S. 1.
  2. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).

Art. 15Toleranzen

1

 Für Dünger mit Ausnahme von Hofdüngern, Kompost und Gärgut gelten für die Abweichungen der deklarierten zugesicherten Gehalte und Löslichkeiten die in Anhang 2 aufgeführten Toleranzen.

2

 Toleranzen dürfen nicht planmässig ausgenützt werden.

6. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 16Aufhebung bisherigen Rechts

Die folgenden Erlasse werden aufgehoben:

  1. 1.

    Verordnung des EVD vom 28. Februar 20011 über das Inverkehrbringen von Düngern (Düngerbuch-Verordnung WBF)

  2. 2.

    Verordnung des EVD und des BAG vom 1. März 20012 über die Liste der einführbaren Düngertypen (Gemeinsame Düngerliste BLW-BAG)

  1. [AS 2001 722]
  2. [AS 2001 996]

Art. 17Änderung bisherigen Rechts

Die Änderung bisherigen Rechts wird im Anhang 3 geregelt.

Art. 18Übergangsbestimmung1

Die nach bisherigem Recht benannten und beschrifteten Düngemittel können bis am 31. Dezember 2015 in Verkehr gebracht werden.

  1. Fassung gemäss Ziff. I der V des WBF vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4267).

Art. 19Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2008 in Kraft.

Text: konsolidiertes Bundesrecht (Fedlex), Stand am 01.01.2019. Massgebend ist allein die amtliche Veröffentlichung. Hosting in Europa (DSGVO).