Art. 1Gegenstand
Diese Verordnung regelt die technischen Bestimmungen zur Personen- und Umgebungsdosimetrie, insbesondere die Anforderungen an die Dosimetriesysteme, die Durchführung der Dosimetrie und die Dosisermittlung.

Keine laufenden Revisionsvorhaben.
Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), im Einvernehmen mit dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI), gestützt auf Artikel 53 Absatz 4, 61 Absätze 4 und 5, 77, 167 Absatz 4 sowie 191 Absatz 5 der Strahlenschutzverordnung vom 26. April 2017 (StSV), verordnet:
Diese Verordnung regelt die technischen Bestimmungen zur Personen- und Umgebungsdosimetrie, insbesondere die Anforderungen an die Dosimetriesysteme, die Durchführung der Dosimetrie und die Dosisermittlung.
Für diese Verordnung gelten die Begriffsbestimmungen nach Artikel 2 und den Anhängen 1 und 4 der StSV und zusätzlich diejenigen nach Anhang 1 dieser Verordnung.
Die anerkennenden Behörden nach Artikel 68 StSV beaufsichtigen die Personendosimetriestellen.
Die Anerkennung der Personendosimetriestelle erstreckt sich insbesondere auf folgende Gegenstände:
Festlegung der Messgrössen;
Strahlenarten und Radionuklide, die gemessen werden;
Messmethoden, die angewendet werden;
technische Spezifikation der Dosimetriesysteme;
Format der Dosismeldung.
Die anerkennenden Behörden veröffentlichen die Liste der anerkannten Personendosimetriestellen.
Kann die effektive Dosis durch eine Strahlenart nachweisbar nicht mehr als 10 Prozent zur gesamten Jahresdosis einer Person beitragen, so kann im Einverständnis mit der Aufsichtsbehörde die individuelle Ermittlung des betreffenden Strahlenanteils entfallen.
Für Arbeiten in Zonen nach Artikel 82 StSV kann die individuelle Ermittlung der effektiven Dosis durch Inkorporation im Einverständnis mit der Aufsichtsbehörde für die Radionuklide entfallen, die zusammen nicht mehr als 1 mSv zur gesamten Jahresdosis einer Person beitragen können.
Wird in einem Arbeitsbereich nach Artikel 81 StSV bei einer Tätigkeit mit offenen radioaktiven Quellen der jährliche nuklidspezifische Umsatz von 200 Bewilligungsgrenzen (LA) oder, bei Tätigkeiten mit flüchtigen oder gasförmigen Quellen, von 20 LA überschritten, so muss eine Inkorporationsüberwachung nach Artikel 33 durchgeführt werden. Die Aufsichtsbehörde kann für einen Arbeitsbereich höhere Werte festlegen, wenn Schutzmassnahmen zur Verringerung des Inkorporationsrisikos vorhanden sind.
Die ermittelten Dosiswerte von verpflichteten Personen sind zu protokollieren und zuhanden des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) verfügbar zu halten.
Die Dosimetrie kann von einer anerkannten Personendosimetriestelle durchgeführt werden.
Wird eine Inkorporation vermutet, so ist eine Inkorporationsüberwachung nach Artikel 33 vorzunehmen.
In hinreichend bekannten Strahlungsfeldern kann auf eine individuelle Dosismessung verzichtet werden, wenn die Dosis rechnerisch ermittelt wird.
Um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten, wird mithilfe der Umgebungsdosimetrie die Umgebungs-Äquivalentdosis H*(10) ausserhalb der Kontroll- und Überwachungsbereiche eines Betriebs bestimmt:
zum Nachweis von Direktstrahlung und reflektierter oder gestreuter Strahlung aus Betrieben;
zur Ermittlung von Abweichungen von der natürlichen Untergrundstrahlung durch radioaktive Substanzen in der Umgebung beziehungsweise durch kosmische Strahlung;
zur Abschätzung der Dosisverteilung in der Umgebung nach Störfällen.
Das Ganzkörperdosimeter muss auf Brusthöhe, bei schwangeren Frauen auf Bauchhöhe getragen werden.
Das Dosimeter muss nach den Vorgaben der herausgebenden Personendosimetriestelle getragen werden.
Die Aufsichtsbehörde kann im Einzelfall eine andere Trageweise vorschreiben.
Die überwachten Personen müssen mehrere Dosimeter tragen, wenn der Dosiswert eines einzigen Dosimeters infolge der Inhomogenität des Strahlungsfeldes für die Bestimmung der effektiven Dosis nicht repräsentativ ist.
Die Aufsichtsbehörde legt im Einzelfall fest:
wie die effektive Dosis aufgrund der Teilkörperdosen zu ermitteln ist;
wie die Meldung an die Personendosimetriestelle zu erfolgen hat.
Für beruflich strahlenexponierte Personen, die in der interventionellen Radiologie arbeiten, ist das Tragen eines zweiten Ganzkörperdosimeters nach Artikel 11 obligatorisch, wenn sie sich bei den Eingriffen in unmittelbarer Nähe der Patientin oder des Patienten aufhalten müssen.
Bei Eingriffen mittels interventioneller Radiologie muss die Bewilligungsinhaberin oder der Bewilligungsinhaber für alle Personen, die bei diesen Arbeiten anwesend sind, sich aber nicht in unmittelbarer Nähe der Patientin oder des Patienten aufhalten, eine Arbeitsplatzstudie durchführen. Diese schliesst eine individuelle Dosisabschätzung mittels zwei Dosimetern nach Artikel 11 mit ein. Die Studie muss wiederholt werden, wenn sich die Expositionssituation für eine Person ändert. Aufgrund der gemessenen Dosen über der Schürze muss entschieden werden, ob eine Routineüberwachung der oben genannten Personen mit zwei Dosimetern nötig ist.
Die Aufsichtsbehörde kann im Einzelfall verlangen, dass bei weiteren Tätigkeiten mehrere Dosimeter getragen werden müssen.
Das Dosimeter muss unter der Strahlenschutzschürze auf Brusthöhe, bei schwangeren Frauen auf Bauchhöhe getragen werden. Bei Verwendung eines zweiten Dosimeters muss dieses über der Strahlenschutzschürze auf Brusthöhe getragen werden. Es ist durch die Personendosimetriestelle speziell zu kennzeichnen.
Mit zwei Dosimetern wird die totale Personendosis wie folgt berechnet:
Htotal(10) = Hunter(10) + a ∙ Hüber(10)
Htotal(0,07) = Hunter(0,07) + Hüber(0,07)
wobei Hunter die unter der Strahlenschutzschürze und Hüber die über der Strahlenschutzschürze gemessene Dosis bedeutet und a = 0,1, wenn die Strahlenschutzschürze die Schilddrüse nicht schützt, beziehungsweise a = 0,05, wenn sie sie schützt.
Die Bewilligungsinhaberin oder der Bewilligungsinhaber meldet der Personendosimetriestelle:
die Personen, die ein zweites Dosimeter benötigen;
ob diese Personen einen Schilddrüsenschutz tragen.
Die Personendosimetriestelle berechnet die totale Personendosis und meldet Hunter, Hüber und Htotal der Bewilligungsinhaberin oder dem Bewilligungsinhaber und dem Zentrales Dosisregister.
Die Augenlinsendosis wird ermittelt mit:
einem Augenlinsendosimeter und der Augenlinsen-Personendosis Hp(3); oder
einem Ganzkörperdosimeter und der Oberflächen-Personendosis Hp(0,07).
Für beruflich strahlenexponierte Personen, die in inhomogenen Strahlungsfeldern arbeiten:
ist das Tragen eines zweiten Ganzkörperdosimeters über der Schürze oder eines Augenlinsendosimeters obligatorisch, wenn sie eine Augenlinsendosis von 15 mSv pro Kalenderjahr überschreiten können;
ist das Tragen eines Augenlinsendosimeters obligatorisch, wenn sie die Augenlinsendosis von 15 mSv pro Kalenderjahr überschreiten.
Die Aufsichtsbehörde kann im Einzelfall anordnen, dass beruflich strahlenexponierte Personen, die in inhomogenen Strahlungsfeldern arbeiten, in denen die Oberflächen-Personendosis für die Augenlinsendosis nicht repräsentativ ist, ein Augenlinsendosimeter tragen müssen.
Das Augenlinsendosimeter muss so nahe wie möglich an der stärker exponierten Augenlinse unter einer allfälligen Schutzbrille oder einem allfälligen Visier getragen werden.
Die Aufsichtsbehörde kann in Abweichung von Absatz 4 erlauben, dass das Dosimeter an der Schutzbrille oder am Visier getragen wird. Der individuelle Korrekturfaktor muss gemäss Artikel 13 Absatz 1 bestimmt werden.
Die oder der Strahlenschutz-Sachverständige bestimmt im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde einen individuellen Korrekturfaktor fL ≤1 und meldet diesen der Personendosimetriestelle beim Tragen:
einer Schutzbrille oder eines Visiers zusammen mit einem Ganzkörperdosimeter;
eines Augenlinsendosimeters über einer Schutzbrille oder einem Visier.
Die Personendosimetriestelle berechnet und meldet die individuelle Augenlinsendosis gemäss Artikel 69 StSV wie folgt, wobei die Werte Hunter(0,07), Hüber(0,07) und Htotal(0,07) gemäss Artikel 11 Absatz 2 festgelegt werden:
bei Verwendung eines Augenlinsendosimeters: HAugenlinse = Hp(3);
bei Verwendung eines Augenlinsendosimeters an der Schutzbrille oder am Visier: HAugenlinse = fL * Hp(3);
bei Verwendung eines eines Ganzkörperdosimeters s ohne Schutzbrille/Visier: HAugenlinse = Hp(0,07);
bei Verwendung von zwei Ganzkörperdosimetern ohne Schutzbrille/Visier: HAugenlinse = Htotal(0,07);
bei Verwendung eines Ganzkörperdosimeters mit Schutzbrille/Visier: HAugenlinse = fL * Hp(0,07);
bei Verwendung von zwei Ganzkörperdosimetern mit Strahlenschutzschürze und Schutzbrille/Visier: HAugenlinse = Hunter(0,07) + fL * Hüber(0,07).
Bei Tätigkeiten mit Strahlungsquellen, bei denen im Bereich der Extremitäten hohe Dosen auftreten können, muss zusätzlich ein Extremitätendosimeter getragen werden. Dies ist insbesondere bei folgenden Tätigkeiten der Fall:
Manipulationen in Arbeitsbereichen mit γ-Strahler bei einem Umsatz über 200 LA pro Jahr;
Manipulationen in Arbeitsbereichen mit β-Strahler mit einer maximalen Energie > 1 MeV und bei einem Umsatz über 200 LA pro Jahr;
Untersuchungen im Hochdosisbereich der interventionellen Radiologie;
Justierungsarbeiten an analytischen Röntgenanlagen;
Tätigkeiten, bei denen eine Extremitätendosis über 25 mSv pro Kalenderjahr akkumuliert werden kann.
Die Aufsichtsbehörde kann im Einzelfall verlangen, dass ein Extremitätendosimeter getragen werden muss, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die tatsächliche Exposition unzureichend erfasst wird.
Das Extremitätendosimeter muss an derjenigen Stelle getragen werden, an der die höchste Dosis zu erwarten ist. Es muss dabei der Strahlungsquelle zugewandt sein.
Bei der Handhabung offener Quellen wird die Äquivalentdosis der Hände mit einem Korrekturfaktor aus der Fingerringdosis wie folgt berechnet:
HExtr = fE * Hp(0,07)
wobei Hp(0,07) die Fingerringdosis ist und fE der Korrekturfaktor. Ist nichts anderes festgelegt, beträgt der Korrekturfaktor fE = 5.
Werden geschlossene Quellen direkt mit den Händen manipuliert, ist ebenfalls ein Korrekturfaktor von fE = 5 anzuwenden.
Mit Einverständnis der Aufsichtsbehörde kann die Bewilligungsinhaberin oder der Bewilligungsinhaber individuelle Korrekturfaktoren mittels geeigneter Messungen festlegen und verwenden.
Die oder der Strahlenschutz-Sachverständige meldet der Personendosimetriestelle die Personen, die mit offenen oder geschlossenen Strahlungsquellen arbeiten, sowie die für sie festgelegten Korrekturfaktoren.
Die Personendosimetriestelle berechnet die individuelle Extremitätendosis und meldet Hp(0,07), fE und HExtr der Bewilligungsinhaberin oder dem Bewilligungsinhaber und dem Zentralen Dosisregister, gemäss Artikel 69 StSV.
Die Aufsichtsbehörde kann im Einzelfall verlangen, dass aktive Personendosimeter (APD) eingesetzt werden, insbesondere wenn:
eine zeitnahe Expositionskontrolle der Personen im Strahlungsfeld sicherzustellen ist;
Massnahmen beim Erreichen oder Überschreiten von Alarmschwellen einzuleiten sind;
strahlenexponierte Personen in Echtzeit über die Dosis, die sie während einer Tätigkeit erhalten, zu informieren und zu sensibilisieren sind;
das Verhalten exponierter Personen im Strahlungsfeld zu optimieren und damit die Individual- und Kollektivdosis zu senken sind;
zur Sicherstellung des Dosisgrenzwertes für das ungeborene Kind gemäss Artikel 57 Absatz 2 StSV eine zeitnahe Überwachung der Dosis angezeigt ist.
Eine Verlängerung der Messperiode über einen Monat hinaus nach Artikel 61 Absatz 3 Buchstabe a StSV ist mit Einverständnis der Aufsichtsbehörde möglich, insbesondere wenn:
die betroffenen Personen zusätzlich durch APD überwacht werden; oder
eine Ortsdosimetrie existiert, die mit einer Anzeige der Dosisleistung oder einem Alarm ausgestattet ist.
Die Resultate der APD müssen nach jedem Einsatz für jede Person festgehalten werden.
Die Messsysteme nach Artikel 66 Absatz 2 Buchstabe d StSV müssen die Bestimmung der operationellen Grössen nach Anhang 4 StSV für die Personendosimetrie bei externer Bestrahlung ermöglichen.
Die Dosimetriesysteme müssen die Anforderungen der Anhänge 2–5 erfüllen.
Sie müssen den Anforderungen am Einsatzort gerecht werden.
Die Abweichung des vom gesamten System ermittelten Dosiswerts vom Sollwert unter Referenzbedingungen nach Artikel 25 darf nicht mehr als 10 Prozent betragen.
Die anerkennende Behörde kann im Einzelfall für die Ermittlung der Dosis die Anwendung eines Normalisierungsfaktors relativ zu den Referenzbedingungen erlauben, falls die Dosimeter in einem bekannten Strahlungsfeld getragen werden, das sich erheblich vom Referenzstrahlungsfeld unterscheidet.
Die anerkennende Behörde kann Abweichungen von den Anforderungen gemäss den Anhängen 2–5 erlauben. Dazu muss von der Betreiberin oder vom Betreiber der Personendosimetriestelle nachgewiesen werden, dass:
ihr oder sein Dosimetriesystem in Strahlungsfeldern eingesetzt wird, die nur in einem Teilenergiebereich einen signifikanten Dosisbeitrag liefern;
während der Strahlenexposition durch physikalische Gründe oder technische Massnahmen die Überschreitung eines bestimmten Dosishöchstwertes nicht möglich ist; oder
beim spezifischen Einsatz des Dosimeters die Anforderungen der ISO-Norm 141461 eingehalten werden.
Ein APD muss nach den anerkannten Regeln der Technik typengeprüft sein.
Die Personendosimetriestelle muss durch geeignete Massnahmen und Vorkehrungen sicherstellen, dass die Dosimetriedaten vor ihrer Übertragung in die Datenbank der Personendosimetriestelle nicht gelöscht, manipuliert, überschrieben oder sonst wie verändert werden können.
Die Personendosimetriestelle führt regelmässige Audits durch, um zu überprüfen, ob die Dosimeter ordnungsgemäss funktionieren.
Die Anforderungen an zusätzliche APD nach Artikel 16 werden von der Aufsichtsbehörde für konkrete Anwendungen festgelegt. Die Anforderungen umfassen:
die minimalen Messanforderungen;
die Kalibrierung und Rückverfolgbarkeit;
die Einstellung von Alarmschwellen;
die Qualitätssicherung.
Bei den Vergleichsmessungen nach Artikel 70 Absatz 2 StSV muss die Messgenauigkeit unter den Referenzbedingungen nach Artikel 25 überprüft werden.
Liegen die vom gesamten System ermittelten Dosiswerte bei Referenzbedingungen ausserhalb von 10 Prozent des Sollwertes, so muss die Personendosimetriestelle die Ursache abklären und allenfalls eine Neukalibrierung des Dosimetriesystems vornehmen.
Werden bei Vergleichsmessungen ergänzende Tests durchgeführt, so müssen die Anforderungen nach Artikel 20 und Artikel 21 erfüllt sein.
Die Referenzbedingungen sind am Phantom nach Artikel 26 im Dosisbereich zwischen 3 mSv und 10 mSv definiert für Strahlungsfelder folgender Quellen:
Photonen: Cäsium-137-Quelle;
Elektronen: Strontium/Yttrium-90-Quelle;
Neutronen: Americium/Beryllium-Quelle.
Das Phantom für Personendosimeter, mit denen die Oberflächen-Personendosis Hp(0,07) und die Tiefen-Personendosis Hp(10) gemessen werden, entspricht dem ISO Slab Phantom, das in der ISO-Norm 4037-31 spezifiziert ist.
Das Phantom für Augenlinsendosimeter, mit denen die Augenlinsendosis Hp(3) gemessen wird, entspricht dem Zylinder-Phantom, das in der ISO-Norm 4037-3 spezifiziert ist.
Die Phantomen für Extremitätendosimeter, mit denen die Extremitätendosis Hp(0.07) gemessen wird, entsprechen den ISO-Rod und ISO-Pillar Phantomen, die in der ISO-Norm 4037-3 spezifiziert sind.
Die operationellen Grössen für die Personendosimetrie müssen anhand von Konversionskoeffizienten nach Artikel 29 aus den folgenden Grössen abgeleitet werden:
Luftkerma (Ka) für Photonen;
absorbierte Dosis (Da) in Luft oder Elektronenfluenz (Φ) für Elektronen;
Neutronenfluenz (Φ) für Neutronen.
Die Rückführbarkeit der Messsysteme auf nationale oder internationale Normale hat über die Grössen nach Absatz 1 zu erfolgen.
Die Prüfung der Energie- und Winkelabhängigkeit und der Reproduzierbarkeit muss gemäss den in den Normen IEC1 623872 für passive Dosimeter und IEC 615263 für aktive Dosimeter beschriebenen Methoden erfolgen. Für passive Neutronendosimeter ist die ISO-Norm 219094 anzuwenden. Abweichungen von den Normen sind in Absprache mit der anerkennenden Behörde zulässig, sofern die Anwendung der Normen technisch nicht möglich, sinnvoll oder angemessen ist.
Der Effekt des Fadings auf den Dosiswert muss über eine Messperiode ermittelt werden.
Die Prüfung muss gemäss den in den Normen IEC 623871 für passive Dosimeter beschriebenen Methoden erfolgen. Für Neutronen ist die ISO-Norm 219092 anzuwenden. Abweichungen von den Normen sind in Absprache mit der anerkennenden Behörde zulässig, sofern die Anwendung der Normen technisch nicht möglich, sinnvoll oder angemessen ist.
Die Messwerte in mSv im Rahmen der offiziellen Dosisermittlung sind von den Personendosimetriestellen, nach Abzug des Strahlungsuntergrundes, auf eine Nachkommastelle zu runden.
Davon abweichend sind für Personendosimeter für Photonenstrahlung im untersten Dosisbereich (< 0,1 mSv) Messwerte unterhalb 0,075 mSv auf 0 abzurunden, Messwerte von 0,075 mSv und höher auf 0,1 mSv aufzurunden.
Die Inkorporationsüberwachung ist durchzuführen:
mittels einer Triagemessung durch den Betrieb; oder
mittels einer Inkorporationsmessung durch eine anerkannte Personendosimetriestelle.
Die Ergebnisse der Triagemessung werden nicht zur Dosisermittlung verwendet.
...1
Das BAG veröffentlicht im Einvernehmen mit dem ENSI nuklidspezifische Angaben zu den Messverfahren für die am häufigsten verwendeten Radionuklide.
Wird eine Inkorporationsmessung durchgeführt, so bestimmt die Personendosimetriestelle die effektive Folgedosis und meldet diese gemäss Artikel 69 StSV.
Die Inkorporationsmessung muss erfolgen:
mit in-vivo-Verfahren (Messung der Aktivität von Radionukliden im Körper); oder
mit in-vitro-Verfahren (Messung der Aktivität von Radionukliden in den Ausscheidungen).
Bei der Wahl des Messverfahrens müssen die physikalisch-chemische und radiologische Charakterisierung der Radionuklide, ihre biologische Halbwertszeit und die Expositionswege berücksichtigt werden.
Die Bewilligungsinhaberin oder der Bewilligungsinhaber trägt die Verantwortung für die Durchführung der Messung gemäss den Anweisungen der anerkannten Personendosimetriestelle.
Ist von einer gleichbleibenden Radionuklidzusammensetzung auszugehen, so kann sich die Inkorporationsüberwachung auf ein Leitnuklid beschränken.
Die Dosisbestimmung aufgrund des überwachten Leitnuklids ist zu dokumentieren.
Eignet sich im Einzelfall eine individuelle Inkorporationsüberwachung nicht, so kann mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde stattdessen die Inkorporationsüberwachung über eine Messung der Aktivitätskonzentration in der Atemluft erfolgen.
Besteht für die Inkorporationsmessung eines bestimmten Radionuklids keine anerkannte Personendosimetriestelle, so legt die Aufsichtsbehörde in Absprache mit der Bewilligungsinhaberin oder dem Bewilligungsinhaber das geeignete Messverfahren der Inkorporationsmessung fest.
Bei einer Exposition durch Radon nach Artikel 51 Absatz 2 StSV muss die Dosisermittlung von einer für Radon anerkannten Personendosimetriestelle durchgeführt werden.
Die Dosisermittlung erfolgt nach Anhang 7.
Die Dosis für Radon ist mindestens alle sechs Monate zu ermitteln.
Die Aufsichtsbehörde bestimmt den Gleichgewichtsfaktor F.
Die Bewilligungsinhaberin oder der Bewilligungsinhaber kann mit dem Einverständnis der Aufsichtsbehörde einen ortspezifischen Gleichgewichtsfaktor F mittels geeigneter Messungen festlegen, wenn der nach Absatz 4 bestimmte Wert die tatsächlichen Arbeitsbedingungen nicht widerspiegelt.
Die Anerkennung einer Personendosimetriestelle für Inkorporation nach den Artikeln 66–68 StSV erfolgt für definierte Radionuklide.
... 1
Bestimmt eine Personendosimetriestelle für Inkorporation eine effektive Folgedosis, so muss diese gemäss Artikel 69 StSV übermittelt werden; ebenfalls zu übermitteln sind Einzelheiten zum Berechnungsverfahren.
Die anerkennende Behörde kann eine Personendosimetriestelle für das Errichten eines Radondosimetriesystems zur Dosisermittlung anerkennen.
Das Radondosimetriesystems muss den technischen Anforderungen dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen.
Die Personendosimetriestelle meldet die ermittelte effektive Dosis nach Artikel 39 Absatz 2 gemäss Artikel 69 StSV. Einzelheiten zum Berechnungsverfahren sind ebenfalls anzugeben.
Die Standardberechnung der effektiven Folgedosen erfolgt nach Anhang 6.
Die für die Berechnungen zu verwendenden nuklidspezifischen Daten müssen den Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission1 entsprechen.
Für die Berechnung der Dosis unter normalen Bedingungen wird angenommen, dass der Inkorporationszeitpunkt in der Mitte des Überwachungsintervalls liegt. Ist der Inkorporationszeitpunkt bekannt, so sind die tatsächlichen Zeiten zu berücksichtigen.
Falls nachgewiesen wird, dass das radioaktive Material in der verwendeten Form einen vom Standardmodell abweichenden Stoffwechsel im Körper aufweist, ist mit dem Einverständnis der anerkennenden Behörde für die Inkorporationsmessungen ein Modell zu verwenden, das den betreffenden Fall besser beschreibt.
Ein Messsystem zur Ermittlung der Umgebungs-Äquivalentdosis H*(10) gilt als Umgebungsdosimetriesystem, wenn es für mindestens einen Zweck nach Artikel 8 eingesetzt wird.
Der Standort, die Position und die Expositionsperiode sind so zu wählen, dass die ermittelte Umgebungs-Äquivalentdosis H*(10) für den vorgesehenen Zweck nach Artikel 8 repräsentativ ist.
Die Abweichung des unter routinemässigen Bedingungen ermittelten Dosiswertes Hm vom Sollwert der operationellen Grösse Ht muss die nach dem Stand von Wissenschaft und Technik vorgesehenen Grenzwerte einhalten, wie sie insbesondere in der ISO-Norm 141461 beschrieben sind.
Die Umgebungsdosimetriesysteme müssen die Anforderungen gemäss Anhang 8 erfüllen.
Die Aufsichtsbehörde kann Abweichungen von den Anforderungen gemäss Anhang 8 erlauben. Dazu muss von der Betreiberin oder vom Betreiber des Umgebungsdosimetriesystems nachgewiesen werden, dass die Dosimeter die Einhaltung des Ortsdosisgrenzwerts zum Schutz von Personen aus der Bevölkerung gemäss Artikel 79 StSV sicherstellen können.
Die Systeme müssen von einem gemäss der EN ISO/IEC 170251-Norm akkreditierten Kalibrierlabor kalibriert werden. In begründeten Fällen kann die zuständige Aufsichtsbehörde eine Kalibrierung durch die Geräterherstellerin oder den Geräteherstellers oder die Verwenderin oder den Verwender akzeptieren.
Die Abweichung des vom gesamten System ermittelten Dosiswerts vom Sollwert unter Referenzbedingungen nach Artikel 49 darf nicht mehr als 20 Prozent betragen.
Für die Ermittlung der Dosis ist die Anwendung eines Normalisierungsfaktors relativ zu den Referenzbedingungen erlaubt, falls die Dosimeter in einem bekannten Strahlungsfeld aufgestellt werden, das sich erheblich vom Referenzstrahlungsfeld unterscheidet.
Die Betreiber von Umgebungsdosimetriesystemen müssen über ein Qualitätssicherungsprogramm verfügen und dieses anwenden.
Mindestens alle fünf Jahre hat die Betreiberin oder der Betreiber die Messbeständigkeit sämtlicher Umgebungsdosimetriesysteme unter Referenzbedingungen zu prüfen. Diese Prüfung kann durch eine rückführbare Kalibrierung oder die Teilnahme an einer nationalen oder internationalen Vergleichsmessung erfolgen.
Liegen die ermittelten Dosiswerte bei der Prüfung ausserhalb der Kriterien gemäss den Artikeln 45 und 46, so muss die Betreiberin oder der Betreiber des Umgebungsdosimetriesystems die Ursachen abklären und Korrekturmassnahmen vornehmen.
Die Referenzbedingungen sind im Dosisbereich zwischen 0,5 und 10 mSv definiert für Strahlungsfelder folgender Quellen:
Photonen: Cäsium-137-Quelle;
Neutronen: Americium/Beryllium-Quelle oder Cf-252-Quelle.
Die operationellen Grössen für die Umgebungs-Dosimetrie müssen anhand von Konversionskoeffizienten nach Artikel 48 aus den folgenden Grössen abgeleitet werden:
Luftkerma (Ka ) für Photonen;
Neutronenfluenz (Φ ) für Neutronen.
Die Rückführbarkeit des Umgebungsdosimetriesystems auf nationale oder internationale Normale hat über die Grössen nach Absatz 1 zu erfolgen.
Die Prüfung der Energie- und Winkelabhängigkeit, der Reproduzierbarkeit und des Effekts des Fadings muss gemäss den in der Norm IEC 623871 beschriebenen Methoden für passive Dosimeter erfolgen. Abweichungen von den Normen sind in Absprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde zulässig, sofern deren Anwendung technisch nicht möglich, sinnvoll oder angemessen ist.
Wenn andere Geräte verwendet werden, müssen die Testverfahren in Absprache mit der zuständigen Aufsichtsbehörde ausgewählt werden.
Die Dosimetrieverordnung vom 26. April 20171 wird aufgehoben.
Anerkennungen von Personendosimetriestellen, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung ausgestellt worden sind, behalten ihre Gültigkeit.
Für die Triagemessung nach Artikel 33 Absatz 1 gelten bis zum 31. Dezember 2026 die Artikel 34 Absatz 3, Artikel 40 und Anhang 15 der Dosimetrieverordnung vom 26. April 20171.
Diese Verordnung tritt am 1. März 2026 in Kraft.
Die Artikel 33 Absatz 3, 34 und 40 Absätze 2 und 3 sowie der Anhang 9 treten am 1. Januar 2027 in Kraft.
Die Anhänge sind auf Fedlex einsehbar.
Text: konsolidiertes Bundesrecht (Fedlex), Stand am 01.03.2026. Massgebend ist allein die amtliche Veröffentlichung. Hosting in Europa (DSGVO).